STI Bus AG (Tochtergesellschaft)
STI Bus AG (Tochtergesellschaft)
Verwaltungsrat
Präsidentin
Mitglied seit 2025
Geschäftsführerin
Volkswirtschaft BEO
Spiez
Vizepräsident
Mitglied seit 2023
Grossrat
Merligen
Mitglied seit 2025
Unternehmensführung /
Geschäftsleitung Alternative
Bank Schweiz
Wabern
Demissionen per 19. Juni 2025
- Hans Rudolf Zaugg, Präsident
- Stefan Schneeberger, Vizepräsident
Geschäftsführung
Geschäftsführer seit 1. Juli 2025
Austritt per 30. April 2025
- Erich Seiler, Geschäftsführer STI Bus AG
Revisionsstelle
(gewählt bis Generalversammlung 2026)| PricewaterhouseCoopers AG |
Erläuterungen zum Geschäftsjahr
Vorwort des Geschäftsführers
Mit über 18 Millionen transportierten Fahrgästen ist die STI Bus AG eine zentrale Mobilitätsanbieterin in der Region Thun und im Berner Oberland. Gleichzeitig zeigte sich im Jahr 2025 erneut, wie stark externe Faktoren wie Baustellen, veränderte Verkehrsführungen oder touristische Entwicklungen die Nachfrage im öffentlichen Verkehr beeinflussen können.
Als öffentlich bestelltes Transportunternehmen erfüllt die STI Bus AG einen klaren Leistungsvertrag: Mit den zur Verfügung stehenden Mitteln stellt sie ein zuverlässiges und qualitativ hochwertiges Mobilitätsangebot für die Bevölkerung sicher. Gleichzeitig ist das Unternehmen mit steigenden Kosten und zunehmenden wirtschaftlichen Anforderungen konfrontiert. Ein sorgfältiger und verantwortungsvoller Umgang mit den eingesetzten Ressourcen bleibt deshalb ein zentrales Anliegen der STI Bus AG.
Besonders erfreulich entwickelte sich der öffentliche Verkehr in Grindelwald. Aufgrund der hohen touristischen Nachfrage sowie gezielter Angebotsanpassungen konnte ein deutliches Wachstum erzielt werden. In der Region Thun hingegen führten infrastrukturelle Einschränkungen sowie Veränderungen im Verkehrsfluss zu einem leichten Rückgang der Fahrgastzahlen.
Per 1. Juli 2025 durfte ich die Funktion als Geschäftsführer der STI Bus AG übernehmen. In den ersten Monaten lernte ich ein Unternehmen kennen, das von grossem Engagement, hoher Fachkompetenz und einer starken Identifikation der Mitarbeitenden mit ihrer Aufgabe und dem Unternehmen geprägt ist.
Mein herzlicher Dank gilt deshalb unseren Mitarbeitenden. Mit ihrem täglichen Einsatz sorgen sie dafür, dass unsere Fahrgäste zuverlässig, sicher und komfortabel an ihr Ziel gelangen. Die Unterstützung, Offenheit und Zusammenarbeit, die ich seit meinem Start erleben durfte, weiss ich sehr zu schätzen.
Gemeinsam wollen wir die STI Bus AG auch in Zukunft weiterentwickeln und unseren Beitrag zu einer verlässlichen, nachhaltigen und attraktiven Mobilität in der Region leisten.
Ivan Bill,
Geschäftsführer
Fahrgastentwicklung
Im Geschäftsjahr 2025 transportierte die STI Bus AG rund 18,1 Mio. Fahrgäste in den Regionen Thun und Grindelwald. Gegenüber dem Rekordjahr 2024 entspricht dies einem leichten Rückgang von 0,7 Prozent.
Regional entwickelten sich die Frequenzen unterschiedlich. Während im Raum Thun ein Rückgang von 2,1 Prozent zu verzeichnen war, konnte im Kursbetrieb Grindelwald ein erfreuliches Wachstum von 11,4 Prozent erreicht werden.
Der Rückgang in der Region Thun ist auf mehrere Faktoren zurückzuführen. Besonders stark wirkte sich die Sperrung der Seestrasse von Anfang Februar bis Ende November 2025 aus, welche zu erheblichen Veränderungen in der Linienführung und zu Frequenzverschiebungen innerhalb des Netzes führte.
Zusätzlich dürften verschiedene Baustellen im Stadtgebiet die Nachfrage ebenfalls beeinflusst haben.
In Grindelwald hingegen konnte das Angebot gezielt ausgebaut werden. Seit dem Fahrplanjahr 2025 wird die Linie 121 auch in der Zwischensaison im Halbstundentakt betrieben. Diese Angebotsverbesserung wirkte sich insbesondere aufgrund der touristischen Entwicklung sehr positiv auf die Nachfrage aus.
Baustelle Seestrasse
Die Vollsperrung der Seestrasse von Februar bis November des Berichtsjahres umfasste umfangreiche Bau- und Sanierungsarbeiten und stellte eine der grössten betrieblichen Herausforderungen für die STI Bus AG dar.
Durch die Unterbrechung der direkten Linienführung konnten zentrale Streckenabschnitte nicht mehr durchgehend bedient werden. Besonders betroffen war die Linie 1, auf der 284 000 Fahrgäste weniger verzeichnet wurden.
Um die Erschliessung der Quartiere Scherzligen und Schadau sicherzustellen, richtete die STI Bus AG während der Bauphase einen Shuttlebetrieb im Halbstundentakt ein. Dadurch konnte die Grundversorgung für die betroffenen Gebiete aufrechterhalten werden.
Die STI Bus AG hat aus der Vollsperrung wertvolle Erkenntnisse gewonnen. Während der verkehrsarmen Phase auf der Seestrasse zeigte sich insbesondere zu Spitzenzeiten ein spürbar verbesserter Verkehrsfluss für den Busverkehr vom Bahnhof in Richtung Innenstadt. Aus Sicht der STI Bus AG liefert diese Erfahrung wichtige Hinweise für zukünftige Überlegungen zur Verkehrsführung in diesem sensiblen und stark frequentierten Stadtbereich.
Einführung Versuchsbetrieb Tangentiallinie
Mit dem Fahrplanwechsel vom 14. Dezember 2025 konnte die neue Tangentiallinie 7 erfolgreich in Betrieb genommen werden. Die Linie verbindet wichtige Siedlungs- und Entwicklungsgebiete in den Gemeinden Thun und Steffisburg tangential miteinander und ermöglicht neue Direktverbindungen ohne Umweg über den Bahnhof Thun.
Die Einführung erfolgte im Rahmen eines dreijährigen Versuchsbetriebs. Ziel dieses Versuchsbetriebs ist es, aufzuzeigen, dass die neue Verbindung einen klaren Mehrwert für die regionale Mobilität schafft und die Voraussetzungen erfüllt, um langfristig in das Grundangebot des öffentlichen Verkehrs aufgenommen zu werden.
Die ersten Betriebswochen zeigten, dass sich das neue Angebot gut in das bestehende Liniennetz integriert und von den Fahrgästen genutzt wird. Die Tangentiallinie ergänzt das bestehende Angebot sinnvoll.
Die Entwicklung der Nachfrage wird in den kommenden Jahren gemeinsam mit den Bestellern des öffentlichen Verkehrs sowie den Gemeinden Thun und Steffisburg eng verfolgt. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse dienen dazu, das Angebot bei Bedarf gezielt weiterzuentwickeln und sowohl den Kundennutzen als auch die Angebotsqualität weiter zu steigern. Die STI Bus AG ist überzeugt, dass die Tangentiallinie 7 das Potenzial besitzt, sich langfristig als wichtiger Bestandteil des regionalen Busnetzes zu etablieren.
Pünktlichkeit
Der STI Bus AG gelang es im Jahr 2025, den seit mehreren Jahren anhaltenden negativen Trend bei der Pünktlichkeit zu stoppen und eine leichte Verbesserung zu erzielen.
Die durchschnittliche Pünktlichkeit lag im Berichtsjahr bei 88,56 Prozent. Auch wenn dieses Ergebnis noch nicht dem langfristigen Anspruch des Unternehmens entspricht, zeigt sich eine klare Stabilisierung gegenüber den Vorjahren.
Die STI Bus AG ist überzeugt, dass Pünktlichkeit kein Zufallsprodukt ist. Sie entsteht aus dem Zusammenspiel einer stabilen Infrastruktur, klarer betrieblicher Prozesse, realistischer Fahrpläne sowie einer gemeinsamen Haltung aller Beteiligten.
Im Jahr 2025 wurde verstärkt an betrieblichen Abläufen, der Koordination mit externen Partnern sowie an der internen Sensibilisierung für das Thema gearbeitet. Diese Arbeit wird im Folgejahr konsequent weitergeführt.
Digitale Mobilität
Die Nutzung digitaler Vertriebskanäle im öffentlichen Verkehr nimmt seit Jahren kontinuierlich zu. Auch bei der STI Bus AG zeigt sich dieser Trend deutlich. Bereits 2024 wurde nur noch rund jeder 188. Fahrausweis durch das Fahrpersonal verkauft. Auf Ebene des Tarifverbunds Libero lag der Anteil per Dezember 2025 bei lediglich 1,2 Prozent, während 35,6 Prozent der Tickets über mobile Kanäle bezogen wurden. Diese Entwicklung verdeutlicht den grundlegenden Wandel im Kaufverhalten der Fahrgäste.
Vor diesem Hintergrund hat die STI Bus AG entschieden, den Fahrausweisverkauf beim Fahrpersonal auf dem Liniennetz der Region Thun per Februar 2026 einzustellen. Ausschlaggebend waren die stark rückläufige Nutzung sowie die anstehenden Ersatzbeschaffungen der Verkaufsgeräte mit entsprechend hohen Investitionen. Der Entscheid ist Teil einer Weiterentwicklung des Vertriebssystems und trägt durch kürzere Haltezeiten zu einer höheren Fahrplanstabilität und besseren Pünktlichkeit bei.
Im Berichtsjahr wurden die notwendigen betrieblichen und technischen Vorbereitungen für die Umstellung umgesetzt. Zur Sicherstellung des Fahrausweiskaufes im Fahrzeug wurden 14 zusätzliche Innenautomaten bestellt und in Betrieb genommen. Der Fahrausweiskauf bleibt zudem an Ticketautomaten bei Haltestellen, über digitale Vertriebskanäle sowie im STI Ticket-Shop am Bahnhof Thun möglich.
Auch die Nachfrage nach gedruckten Taschenfahrplänen ist in den vergangenen Jahren markant zurückgegangen. Im Vergleich zu 2013 wurden 2024 rund 73 Prozent weniger Taschenfahrpläne produziert. Trotz reduzierter Auflagen mussten regelmässig grössere Mengen ungenutzter Exemplare entsorgt werden.
Die STI Bus AG hat deshalb entschieden, künftig auf gedruckte Taschenfahrpläne zu verzichten. Fahrplaninformationen stehen den Fahrgästen weiterhin über digitale Kanäle, die STI-Webseite sowie die Fahrplananzeigen an den Haltestellen zur Verfügung. Digitale Lösungen bieten dabei den Vorteil von Echtzeitinformationen, individuellen Verbindungsabfragen sowie Hinweisen zu kurzfristigen Änderungen.
Mit diesen Massnahmen reagiert die STI Bus AG auf die veränderten Bedürfnisse der Fahrgäste und schafft die Grundlage für einen effizienten, modernen und zukunftsfähigen Vertrieb.
Dynamische Fahrgastinformation
Eine verlässliche und aktuelle Fahrgastinformation ist eine zentrale Voraussetzung für einen attraktiven öffentlichen Verkehr. Dynamische Fahrgastinformationsanzeigen (DFI) ermöglichen den Fahrgästen, sich an den Haltestellen in Echtzeit über Abfahrtszeiten, Verspätungen oder kurzfristige Änderungen zu informieren.
Vor diesem Hintergrund beteiligte sich die STI Bus AG gemeinsam mit weiteren Transportunternehmen an einer koordinierten Beschaffung einer neuen Generation von Anzeigesystemen. Die öffentliche Ausschreibung wurde im Oktober 2024 publiziert, der Zuschlag erfolgte im Juni 2025.
Mit Blick auf die sukzessive Abschaltung des 3G-Mobilfunknetzes wurde die STI Bus AG bei der Auslieferung der neuen Anlagen prioritär berücksichtigt. Die ersten Anzeigen konnten im Dezember 2025 in Betrieb genommen werden.
Parallel dazu wurden im Berichtsjahr die Grundlagen für den weiteren Ausbau der dynamischen Fahrgastinformation erarbeitet. Die Standortplanung sowie der Einsatz von DFI- oder E-Paper-Anzeigen erfolgen dabei auf Basis des Branchenstandards Kundeninformation im öffentlichen Verkehr.
Mit der neuen Generation von Anzeigen stärkt die STI Bus AG die digitale und verlässliche Information ihrer Fahrgäste.
Testbetrieb Elektrobus
Im Jahr 2025 erreichte die STI Bus AG einen wichtigen Meilenstein in der Weiterentwicklung ihrer Fahrzeugflotte: Erstmals wurde ein Elektrobus während mehrerer Wochen im operativen Einsatz getestet. Ziel des Testbetriebs war, unter realen Bedingungen Erkenntnisse zur Einsatzfähigkeit, zum Fahrverhalten sowie zur Integration in den bestehenden Betrieb zu gewinnen. Dabei wurden sowohl betriebliche Aspekte als auch die Rückmeldungen des Fahrpersonals systematisch erfasst.
Die Auswertung des Testbetriebs fiel sehr positiv aus. Der Elektrobus überzeugte durch ein ruhiges Fahrverhalten, eine angenehme Beschleunigung sowie einen guten Fahrkomfort. Auch die Rückmeldungen des Fahrpersonals bestätigten die Alltagstauglichkeit des Fahrzeugs.
Die gewonnenen Erkenntnisse bilden eine wichtige Grundlage für die Elektrifizierung des Fahrzeugparks. Ab dem Jahr 2026 werden die ersten eigenen Elektrobusse der STI Bus AG im Einsatz stehen und damit einen weiteren Meilenstein auf dem Weg zu einer nachhaltigen, kundenorientierten und zukunftsfähigen Mobilität darstellen.